szmmctag

  • Bechern mit Ben

    Nach der Tourismus-Aktion von Sienna Miller will ich mir natürlich Shi.., sorry, Pittsburgh nicht entgehen lassen. Endlich mal eine Stadt, in der anscheinend absolut nix los ist. Könnte ich doch mal gut gebrauchen. Gibt es in Pittsburgh viele Pitt Bulls?

    Gehe jetzt ein bisschen auch Erkundungstour. Also so nix los kann ja nicht sein. Eine Stadt mit vier Universitäten muss doch ein bisschen Action abgeben. Andererseits wurden hier ja die wichtigsten Zombie-Filme von George A. Romero gedreht. Vielleicht war das eine Anspielung auf die Stadt ("Lebende Tote...")?

    In einer Sportsbar setze ich mich an die Bar und bestelle erst mal einen Teller Rührei mit Speck und ein Bier. Brauche etwas Zeit um mir das Faltblatt für Touristen durchzulesen.

    Ich nehme einen Schluck Bier, als in von hinten angerempelt werde. Shit! Alles über mein Shirt und meine Hosen. "Kannst du nicht aufpassen, Arschloch?!" - "Sorry, war keine Absicht. Ich bezahle ihnen ein neues Bier." - "Das will ich dir auch geraten haben, du verdammter Punk!" Der Typ kann schon fast nicht mehr als Mensch bezeichnet werden. Mehr ein Tier. Fast zwei Meter gross. "Ähm, sind sie hier irgend sowas wie der Rausschmeisser dieses Ladens?" - "Hmm... Nein. Wie kommst du denn da drauf?" - "Naja, nur so. Mein Name ist übrigens Tito. Tito Killer." - "Freut mich. Ben, Ben Roethlisberger." Hmm.... Den Namen hab ich doch schon mal gehört... Scheisse! Das ist ja Ben Roethlisberger! Der Quarterback der Pittsburgh Steelers! Ben Fucking Roethlisberger! "Ist mir eine Ehre, Ben! Echt!" - "Danke, mir auch Tito." - "Ich bin übrigens auch aus der Schweiz. Naja, vielleicht etwas mehr als du, Haha, ich meine... Du bist ja mehr der Amerikaner, oder?" - "Klar."

    Ben lädt mich ein, mit ihm ein bisschen die Stadt zu erkundigen. Soll anscheinend auch den Übernamen "Stadt der Champions" haben. Pittsburgh, nicht Ben. Er heisst natürlich "Big Ben". Ich erzähle ihm von meiner Absicht, den Super Bowl schauen zu gehen. "Also, wenn du das machen solltest, Tito, dann lass es mich unbedingt vorher noch wissen. Ich hoffe, dass wir es auch dieses Jahr wieder schaffen. Kannst mich dann ja anrufen. Werde dir einen guten Platz besorgen." - "Super, danke! Ähmm... Ben?" - "Ja?" - "Was ist, wenn ihr es nicht schaffen solltet? Kannst du mir dann auch einen Platz besorgen?" - "Wie bitte?! Spinnst du eigentlich? Klar schaffen wir das! Wir sind die Pittsburgh Steelers! Wir können alles schaffen." Aha, scheint mir fast, als hätten die einen Motivationscoach... "Klar Ben, ihr schafft das schon. Nur so für den Fall der Fälle. Falls irgendetwas Unerwartetes passieren sollte, weisst du?" - "Ok, ich werde dir auch dann ein Ticket besorgen. Aber denk dran: Wir werden es schaffen."

    Später am Abend verabschiede ich mich von Ben und mache mich auf den Weg aufs Campusgelände der einen Uni. Hab unterwegs noch ein paar süsse Studentinnen getroffen...

  • Pennsylvanien

    Endlich die Staatsgrenze von New York nach Pennsylvanien überquert. Will mir Harrisburg anschauen gehen. Weiss zwar noch gar nicht, ob es dort etwas sehenswertes gibt. Müsste man sich vielleicht mal informieren...

    Bin jetzt übrigens mit einem Überlandbus unterwegs. Im Bus stinkt es nach Salamibrötchen. Aber ich glaube fast, dass Reisecars standartmässig mit einem solchen Duft geliefert werden. Ich versuche etwas zu schlafen, doch die ältere Dame neben mir quatscht nonstop. Ich hab schon vorgetäuscht taub und stumm zu sein. Seither redet sie einfach doppelt so laut.

  • Planänderung

    Also Leute. Nach dem gestrigen Ausflug in die Politik muss ich doch heute auch mal wieder etwas ernstes zur Sprache bringen. Football! Yeah Baby! Hab mich gestern Abend noch ein bisschen mit einer Cheerleaderin vergnügt (aber eben: eine Frau in den USA zu finden, die noch nie Cheerleaderin war ist etwa gleich schwer, wie einen ehrlichen Politiker in Washington zu finden). Sie will eben auch wieder zurück ins Geschäft und so habe ich mich einfach kurzerhand als einen Fernseh-Typen ausgegeben. Schliesslich gibt es hier ein Casting für Cheerleader. Spiel ein bisschen mit den Cheerleadern herum und schon hast du eine Werbung kreiert. Super!

    Hab mich nun also entschieden, dass ich doch vor der Oscar-Verleihung (die ist ja erst am 5. März) den Superbowl anschauen werde. Ich mag einfach Football. Kann man glaube ich nicht wirklich erklären.

  • And now for something completely different:

    Ich weiss: Normalerweise langweile ich hier ja mit meinen Stories über die Reise nach Kalifornien. Aber da hier in den USA (und natürlich auch sonst überall in Welt) sehr viel über Mark Foley geschrieben und gesprochen wird, muss ich das einfach mal loswerden.

    In der wunderbaren Welt der Medien wird ja viel (ab)geschrieben. Doch wie kommt es, dass aus einem stockkonservativen republikanischen Abgeordneten plötzlich ein demokratischer schwuler Pädophiler wird? Fox sei Dank! Da dem traditionellen Republikaner-Sender die ganze Geschichte um den Sex-Skandal um Foley doch etwas zu kritisch geworden ist, strahlen sie einfach mal einen Beitrag aus, in dem Foley von Bill O'Reilly mehrfach als Demokrat bezeichnet wird (vielleicht ist es ja gar kein Fehler von ihm, sondern nur Wunschdenken?). Und natürlich wird das ganze nie korrigiert. Solche "Fehler" können schliesslich ja mal passieren. Und das ganze war sicher keine Absicht... Alles halb so schlimm? Schliesslich schauen eh nur radikale Republikaner Fox? Tja, hätte da die Associated Press (AP) nicht den selben Fehler begangen (übrigens genau am selben Tag). Soviel zum Thema.

    Verschwörungstheoretiker aller Länder vereinigt Euch!

  • Onkel Killer

    Bin weitergereist. Schon in Mayville, Chautauqua. Hier werde ich meinen Onkel besuchen. Betreibt hier einen kleinen Bootsverleih.

    In der Stadt frage ich verschiedene Leute nach ihm. Niemand scheint ihn zu kennen. Endlich finde ich im Hafen einen heruntergekommenen Schuppen mit dem Schild "Killer Boats - You would Kill to have one of those!". Das müsste es sein. Ich gehe rein.

    "Hallo??!" Scheint niemand da zu sein. Es ist verdammt dunkel hier drinnen. Und meine Augen gewöhnen sich nur langsam an die Dunkelheit. Plötzlich packt mich jemand von hinten und hält mir ein Messer an die Kehle. "Was willst du hier?! Wer bist du?!" - "Ich bin's! Tito! Lass mich los!" - "Welcher Tito, ich kenne keinen Tito!" - "Aber klar doch: Tito Killer, aus der Schweiz!!" - "Ach, Tito!! Schön dich zu sehen." Er lässt mich los und ich drehe mich um. "Du solltest etwas vorsichtiger sein mit deiner Herumschleicherei, Tito." Er ist gross, überall tätowiert und lange graue Strähnen hängen in sein Gesicht.

    Wir genehmigen uns nach all dieser Aufregung mal einen kräftigen Whiskey.

    "Tito, wie geht's dir denn so? Was machst du in den Staaten?" - "Naja, erst war ich auf der Flucht, dumme Geschichte, und jetzt bin ich auf dem Weg nach Kalifornien. Will mal an eine Oscar-Verleihung." - "Schön, schön. War ich auch mal." - "Was? Auf der Flucht?" - "Nein, an einer Oscar-Verleihung. Ziemlich öde Sache. Ewig passiert einfach gar nix. Und dann bekommst du noch so einen dämlichen Plan, wer wann die Halle kurz verlassen darf." - "Warum denn einen Plan?" - "Tja, die wollen halt nicht einen leeren Platz im Fernsehen zeigen. Und so schwenkt die Kamera immer nur gerade über die Leute, die gerade sitzen bleiben müssen. Die andere Hälfte ist meist halbleer. Ist sowieso ein Kommen und Gehen an einer solchen Verleihung." - "Naja, ich will trotzdem mal hin."

    Mein Onkel lädt mich noch zu einem deftigen Fischessen ein und wir verabschieden uns. Immer wieder eine Freude, mal Verwandte an abgelegenen Orten zu treffen.

  • Howdy Cowboy!

    Vielleicht doch etwas zu sehr auf den Putz gehauen. Hat mich doch glatt zwei Tage ins Bett geworfen. Mageninhalt suchte sich durch alle Körperöffnungen einen Weg nach draussen.

    War in einem Club mit dem Namen "Test". So ein Country-Schuppen. Zum Glück konnte man sich noch am Eingang einen Cowboyhut kaufen. Hab mich für einen in klassischem Schwarz entschieden. Drinnen dann mehrere Bierchen an der Bar getrunken.

    Plötzlich kam da so eine Hammer-Blondine zu mir und setzte sich neben mich. Hab ihr dann auch noch ein paar Drinks bestellt. Später haben wir dann zusammen den elektrischen Bullen geritten (zwinker, zwinker...) - danach erinnere ich mich an nix mehr. Schön beschissen!

  • Platte Reifen

    Bin jetzt mit dem Fahrrad doch schon etliche Kilometer weit gefahren. Pardon: Hier heisst es ja Meilen... Aber dann sind es nicht so viel.

    Langweilige Nebenstrassen ohne viel Verkehr.

    Mache jetzt in Salamanca eine erste Pause. Gefällt mir noch. Zumindest vom Namen her. Das Motel ist auch ziemlich ok, leider hat es kein Kabelfernsehen und die Eismaschine ist auch kaputt. Doch auch so ist für etwas Unterhaltung gesorgt: Entweder versuchen meine Zimmernachbarn einen unglaublich schweren Ikea-Schrank aufzustellen, oder aber sie wollen den Sex-Marathon-Rekord brechen. Ich versuche im Takt auf meinem Bett zu wippen. Schlafe so auch schon bald ein. Was auch gut ist. Will heute Abend mal wieder richtig auf den Putz hauen und ein bisschen das Nachtleben hier erkunden.

  • Juhuuuiii, es geht voran!

    Hab im Wald eine Hütte entdeckt. Gehört wahrscheinlich einem Förster oder wie die hier auch immer heissen (Ranger?). Egal. Finde hinter der Hütte ein Fahrrad und schnappe es mir auch gleich. Endlich komme ich etwas schneller voran. Doch dieser Wald scheint schier endlos zu sein.

    Nach vier Stunden und dreiundreissig Minuten hab ich endlich ein kleines Dörfchen erreicht. Gehe gleich in die erstbeste Bar und bestelle mir ein kaltes Bier.

    Der Barkeeper, offenes Hemd und einen Brustpelz, der allen Bären dieser Welt Angst machen würde, schaut mich fragend an. Oh, ich bin ja hier in der Pampa. Mit künstlich verstelltem Akzent bestelle ich dann halt mal ein Budweiser. Das kommt immer an. Und promt geht der David-Hasselhoff-Memorial-Frisur-Träger zum Kühlschrank und knallt mir ein Budweiser hin.

    Budweiser ist ja auch nicht schlecht. Davon kann man nun wirklich hunderte trinken, ohne dass es einem auch nur ein bisschen schwindlig werden würde. Unglaubliches Zeugs.

    (So, jetzt habe ich genug Budweiser erwähnt. Sollte nun einen Jahresvorrat davon bekommen. Was auch sehr viel werden würde, wollten die mich jeden Tag besoffen machen...)

  • Flucht aus der Villa

    Bin jetzt schon ein paar Tage bei Mary-Kate und Ashley. Doch ich will endlich wieder weiter reisen. Die Zwillinge werden immer komischer. Das Jagen ging ja gerade noch so, aber die abendlichen Puzzle-Spiele machen mich schon fertig. Gestern wurde es mir dann einfach zu viel und als wir mitten im Nackt-Blinde-Kuh-Spiel waren, schlich ich mich rauf in mein Zimmer und packte meine Sachen zusammen.

    Ich öffnete das Fenster und sprang von dort auf einen Baum im Garten. Über den Baum konnte ich ohne grosse Probleme das Grundstück verlassen. Doch wie soll es jetzt weitergehen? Ich hab keine Ahnung, wo ich bin. Wenn ich einfach diese kleine Waldstrasse entlang gehe, dann finden mich die Psycho-Zwillinge sicher schnell - zu schnell. Also gehe ich quer durch den Wald. Auf die Suche nach der Zivilisation.

  • Shopping Mall

    Hab momentan keine richtige Ahnung wo auf der US-Karte ich bin und wo ich als nächstes sein könnte. Befinde mich aber in einem grossen Shopping Center.

    Hier gibt es wirklich alles. Die haben sogar einen Wasserfall, der von der Decke bis ins Erdgeschoss fällt. Etwas kitschig, aber schön. Ich bestaune gerade ein weisses T-Shirt. Ein solches wollte ich schon immer mal. Klar, ich hatte auch schon mal ein weisses Shirt. Aber nicht in einer solchen Qualität und mit einem solchen Schnitt.

    "Wirklich ein schönes Shirt", tönt es von hinten. Wer hat das gesagt? Irgendwie kenn ich diese Stimme. Ich murmle etwas vor mich hin. "Probier es doch mal aus. Wir können dir dann sagen, ob es dir steht." Ich drehe mich um. Hmm... kommen mir irgendwie bekannt vor, die beiden. Naja, hätte ja schon gereicht, wenn mir eine davon bekannt vor käme - die andere sieht genau gleich aus. Zwillinge. "Klar. Los geht's. Aber ehrlich sein. Mir stehen nicht alle weissen Shirts..." Wir gehen rein.

    Das T-Shirt entspricht wirklich all meinen Erwartungen. Ich kaufe es. "So, jetzt haben wir dir geholfen, das Shirt auszusuchen, jetzt kannst du uns auch bei etwas helfen." - "Klar, wobei braucht ihr denn Hilfe?" - "Wir brauchen ein paar neue Stühle für unsere Küche." Wir begeben uns in den Möbelladen im Erdgeschoss. Ich entscheide mich für ein Set von Stühlen, die ein wenig an ein 50ies US-Diner erinnern. Coole Sache. Mit rotem Velour überzogen. Die Zwillinge kaufen sie. "Jetzt könntest du uns ruhig auch noch helfen, die Stühle ins Auto zu bringen. Wir haben einen Pick-Up oben auf dem Parkdeck geparkt." Ich packe mit an.

    Shit! Die haben ja einen unglaublich geilen Hummer mit Ladefläche da oben geparkt. "Wenn du willst, dann kannst du noch zu uns nach Hause kommen und dir anschauen, wie sich die Stühle in unserer Küche machen. Wir sind eben erst - wieder - zusammengezogen."

    Unterwegs frage ich dann mal nach dem Namen. "Ich bin Mary-Kate und das ist Ashley. Wir sind die Olsen-Zwillinge. Hast du uns etwa nicht erkannt?!" - "Sorry. Ich kann doch nicht alle Leute dieser Welt kennen. Mein Name ist Tito. Tito Killer." - "Komischer Name. Ist das ein Künstlername?" - "Nein. So heisse ich wirklich. Meine Eltern hatten wohl einen etwas seltsamen Humor."

    Wir weihen die Stühle mit ein paar Drinks ein. Nette Zwillinge, diese Olsen-Zwillinge. Schon etwas angeheitert überreden sie mich dann zu einem Ausflug. Sie wollen mir nicht sagen, wohin es gehen soll, aber natürlich komme ich mit. Hab schliesslich nicht wirklich viel vor...

    Wir kommen auf einem ziemlich grossen Feld an und steigen aus. Mary-Kate - ich glaube fast, dass ich sie jetzt auseinander halten kann, Mary-Kate hat etwas dunklere Haare und sieht auch ein wenig jünger aus - also Mary-Kate geht nach hinten und zaubert drei Doppelläufige Flinten aus dem Hummer hervor. Wir gehen auf Vogeljagd.

    Drei Stunden später - und ein wenig enttäuscht, nix getroffen zu haben - sind wir wieder bei ihnen. Mal schauen, wie sich das noch entwickelt...

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